Ahnen

Die Eltern von Mario Arndt stammen aus dem Ausland; seine Ahnen waren Männer, die es aus eigener Kraft geschafft haben.

Sein Großvater väterlicherseits betrieb eine Walzenmühle in Friedland (der Wallensteinstadt) in der damaligen Tschechoslowakei,

und sein Großvater mütterlicherseits hatte eine Schmiede in einer Kleinstadt in Polen.

Durch den von den Reichsdeutschen angezettelten 2. Weltkrieg verloren sie alles.

 

Die Eltern des Autors wurden im Ausland geboren und waren nach dem 2. Weltkrieg Flüchtlinge.

Vater, geboren 1930: damalige Tschechoslowakei, bis 1918 zu Österreich gehörend,
Mutter, geboren 1932: in Polen, bis 1918 zu Russland gehörend.
Die Großeltern lebten also wiederum in einem ganz anderen staatlichen Kontext.

 

Die Geschwister der Eltern des Autors und deren Nachkommen leben heute über ganz Deutschland sowie Tschechien und Polen verstreut.

 

Der Vater des Autors (er war beschnitten) wurde 1992 zur Zeit des Pogroms in Rostock-Lichtenhagen von deutschen Faschisten ermordet.

Er wohnte dort in der Nähe. Der Autor als nächster Angehöriger wurde erst Wochen nach seinem Tod und nach bereits erfolgter

Bestattung informiert.

Die Mutter des Autors wurde seit der Scheidung  im Jahre 1971 (sie hatte keine weiteren Angehörigen mehr in Rostock)

von deutschen Faschisten terrorisiert, bis zu ihrem Tod 2001.

 

Der Autor erlebt seit seiner Kindheit Ausländerfeindlichkeit von Seiten der Deutschen. Als er 1992 seinen tschechischen Geburtsnamen "Hrdina"

in "Arndt" (Name der Mutter) änderte, gab es eine deutliche Erleichterung. Erst recht dann, als er von Rostock nach Frankfurt am Main umzog,

wo keiner wusste, dass er einmal "Hrdina" hieß. 2015, als dies in Frankfurt am Main bekannt wurde, flammte die Ausländerfeindlichkeit

der Deutschen wieder auf, auch in Hannover (wo er zeitweise arbeitete) und in Mannheim, seinem jetzigen Arbeitsort.

 

Die Schwester des Autors (8 Jahre jünger) ist wegen der erlebten Ausländerfeindlichkeit 1991 nach Schweden ausgewandert, wo sie das

Abitur ablegte und an einer Universität erfolgreich studierte. Die deutschen Faschisten wollten ihr einreden, dass sie als einfache Verkäuferin

arbeiten soll (sie absolvierte dann eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau) und sie kein Abitur machen darf und auch nicht studieren darf.

Der Autor machte dieselben Erfahrungen, setzte sich aber in Deutschland gegen die Faschisten durch. Näheres unter www.NaziTerror.de.

 

 

Geburts- und Taufschein des Vaters Friedrich Paul Wenzel Hrdina (Zweitschrift in deutscher Sprache nach dem Einmarsch der Reichsdeutschen in die damalige Tschechoslowakei).

Der Großvater war Wenzel Hrdina, Mühlenbesitzer in Friedland,

der Urgroßvater war Josef Hrdina, Hausbesitzer in Niederrokitai.

Der Großvater Wenzel Hrdina vor der Walzenmühle, ca. 1936
Der Großvater Wenzel Hrdina vor der Walzenmühle, ca. 1936

Mühlgraben Friedland, Wasserrechts-Inhaber (Auszug), Stadtbauamt Friedland,

21.1.1944, Anlage 2 zur Verf. d. Landrates Friedland v. 25.2.1944 - Pol. VIII e -


Der Vater des Autors hatte es in der Anfangszeit der DDR als

Sohn eines "Kapitalisten" nicht leicht. Da er zwar reiche Eltern hatte, diese aber durch den von den Reichsdeutschen angezettelten

2. Weltkrieg alles verloren, erschien ihm und seinen Eltern damals

wohl ein Leben in der sozialistischen DDR leichter.

Eine Schwester war zu dieser Zeit bereits mit einem Tschechen liiert

und blieb daher in der Heimat, der Bruder ging auch nach Rostock,

und die andere Schwester ging in den Westen (genau die gleiche Konstellation übrigens auch bei den Geschwistern der Mutter des Autors: 1+1+1).

 

Die spätere positive Entwicklung der Wirtschaft und der Politik

(aber nicht der Gesellschaft) in der BRD (der Reinkarnation des Deutschen Reiches, des Kriegstreibers) war damals nicht

voraussehbar und ist im Rückblick auch nur durch die

Besatzung durch die westlichen Alliierten sowie die

Konkurrenz zur gleichzeitig existierenden DDR erklärbar.

 

Rechts ein Schreiben von ihm aus dem Jahre 1975 an seinen

Abteilungsleiter in der Rostocker Neptunwerft, wo er 42 Jahre

arbeitete,  anlässlich eines Antrags auf Lohnerhöhung.

 

Fotos des Vaters des Autors sind hier zu sehen.

 

(Weitere Zeitzeugnisse aus DDR-Zeiten aus der Rostocker

Neptunwerft folgen in Kürze auf dieser Seite.)